DIS&Anteilearbeit

DiS – Therapie: Ein Weg zurück zu sich selbst – Teil 2

Das System kommt in Bewegung – wenn Heilung Unruhe bringt Als die Arbeit weiterging, begann sich das Innensystem der Klientin stärker zu bewegen.Zwischen den Sitzungen wirkte sie oft unorganisiert, es tauchten zwei neue Innenpersonen auf, plötzlich gab es veränderte Vorlieben und gleichzeitig viel Müdigkeit, innere Unruhe und neue Gefühle.Das verängstigte sie, denn die Sorge war […]

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DIS – Therapie: Ein Weg zurück zu sich selbst – Teil 1

Vor einiger Zeit kam eine Klientin zu mir mit dem Verdacht, mehrere Persönlichkeitsanteile in sich zu tragen. Schon beim ersten Treffen wirkte sie freundlich, aufgeschlossen und erstaunlich lebensfroh. Gleichzeitig war da aber auch eine große Aufregung – verbunden mit der Hoffnung, endlich verstanden zu werden. Sie erzählte mir, dass sie nur wenige klare Erinnerungen habe.

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Die komplexe Innenwelt der Dissoziativen Identitätsstörung: Innere Anteile, Konflikte und Täuschung

Die komplexe Innenwelt der Dissoziativen Identitätsstörung: Innere Anteile, Konflikte und Täuschung

Die Dissoziative Identitätsstörung (DIS) ist eine hochkomplexe Traumafolgestörung. Vieles wurde bereits über die Entstehung und die Struktur von dissoziativen Systemen geschrieben. Doch was oft weniger verstanden wird, sind die inneren Konflikte, die widersprüchlichen Gefühle und die Dynamiken zwischen den verschiedenen Persönlichkeitsanteilen.

Jeder Anteil hat seine eigene Gefühlswelt, sein individuelles Weltbild und oft auch eine völlig andere Meinung als die anderen. Diese vielschichtigen inneren Realitäten existieren gleichzeitig im selben Körper, – und können sich stark voneinander unterscheiden oder sogar widersprechen. Bei manchen ist alles gleichzeitig da.

Hinzu kommt: In vielen Systemen existieren programmierte Dynamiken, die gezielt zur Selbstsabotage oder zur Verwirrung innerhalb des Systems führen. Einige Anteile wurden so manipuliert, dass sie täterloyal agieren und versuchen, die alten destruktiven Strukturen aufrechtzuerhalten. Sie tragen sogenannte Fremdsysteme, energetische Bindungen nach außen oder innere „Anker“, die ihnen ein komplett verdrehtes Wertesystem vermitteln.

Manche Systeme wurden absichtlich so fragmentiert, dass sich zwei oder mehr Lager innerhalb der Innenwelt bilden. Diese inneren Gruppen stehen oft in ständigem Konflikt zueinander. Dadurch kann es sein, dass die betroffene Person keinen Zugang zu wesentlichen Teilen des eigenen Systems bekommt – oder keine Ruhe findet, weil der innere Kampf niemals endet.

Die Folge: Es wird für die betroffene Person fast unmöglich, zwischen Wahrnehmung, Täuschung und Manipulation zu unterscheiden. Alles, was gedacht, gefühlt und erlebt wird, ist gleichzeitig wahr und nicht wahr – weil es aus verschiedenen Teilen des Systems stammt. Emotional kann nicht, oder nur schwer, unterschieden werden, ob ein Gefühl im jetzt oder in der Vergangenheit initiiert wurde. Diese innere Zerrissenheit führt oft zu einem tiefgreifenden Verlust des Selbstvertrauens, der inneren Stabilität und der Verbindung zur eigenen Wahrheit.

Und genau das ist häufig Teil der ursprünglichen Intention der Täter: Die Betroffenen sollen sich selbst nicht mehr glauben, sollen sich innerlich verlieren, um weiterhin kontrollierbar zu bleiben.

Jedes System ist einzigartig

Kein dissoziatives System gleicht dem anderen. Die innere Dynamik, die Zahl der Frontpersonen oder Hauptanteile, die Art der Zusammenarbeit oder des Gegeneinanders – all das ist individuell verschieden. Ob die Innenpersonen miteinander kommunizieren, sich gegenseitig unterstützen oder blockieren – jede Struktur ist einzigartig in ihrem Aufbau und Erleben.

Dies sind nur einige der Grundstrukturen, die ein System prägen. Wer mit dissoziativen Identitäten arbeitet – sei es therapeutisch oder als betroffene Person – braucht nicht nur Wissen, sondern auch Feingefühl, Geduld und ein tiefes Verständnis für diese komplexen inneren Realitäten.

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