Der Weg zurück zu dir selbst: Warum es so wichtig ist, dir zu glauben

In meiner Arbeit begegne ich immer wieder einem Thema, das viele Menschen tief bewegt: der Zweifel an sich selbst. Vielleicht kennst du das auch – dass du deine Erinnerungen infrage stellst, deiner Wahrnehmung nicht vertraust und dir selbst nicht glaubst.

Wenn wir auf den Weg der Heilung schauen, zeigt sich: Ein Trauma bringt oft genau diesen Zweifel mit sich. Es nimmt dir das Vertrauen in dich selbst und hinterlässt Unsicherheit, Haltlosigkeit und Ängste, die überwältigend wirken können.

Doch warum ist es so schwer, dir selbst zu glauben?

Oft liegt das daran, dass dieser Zweifel früher ein wichtiger Schutz war. Als Kind hast du vielleicht gespürt, dass etwas nicht stimmt, dass du ungerecht behandelt wurdest, dass dir nicht die Wahrheit gesagt wurde, oder dass etwas Schlimmes passiert ist. Um das auszuhalten, musstest du Wege finden zu überleben. Vielleicht hast du dir die Dinge schön geredet, dich an einzelnen positiven Momenten festgehalten oder deine eigene Wahrnehmung weggeschoben. Das war damals ein kluger Schutz: Du hast deine Gefühle abgespalten, damit sie dich nicht überwältigen.

Schwierig wird es, wenn diese Überlebensstrategien heute noch wirken – obwohl die Bedrohung längst vorbei ist. Dann bleiben die Zweifel, die Unsicherheit und die Angst, ohne dass es im Außen noch einen Grund dafür gibt.

Ein wichtiger Schritt ist deshalb, dir dieser Muster bewusst zu werden. Frag dich: Ist meine Angst heute noch begründet? Ist die Gefahr wirklich da? Meistens ist sie es nicht. Und dann darfst du dich Schritt für Schritt davon überzeugen, dass die bedrohliche Situation vorbei ist.

Wenn dir das gelingt, entsteht etwas ganz Wichtiges: Halt. Ein innerer Anker, der dir hilft, deine Gefühle auszuhalten.

Denn sobald du beginnst, dir selbst zu glauben, beginnst du auch, dich ernst zu nehmen. Du erkennst, dass deine Gefühle von damals richtig waren. Das kann zunächst Angst machen – weil es genau das ist, was früher verboten oder gefährlich schien. Aber heute ist es anders: Heute führt dich dieser Weg mitten durch die Gefühle – und zurück zu dir selbst.

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